Samstag, 16. Dezember 2017

Mein Kampfer

Sie sind eine Deutsche oder ein Deutscher? Was war Ihr erster Gedanke, als Sie die Überschrift gelesen haben?
Schöne Grüße von Iwan Petrowitsch Pawlow.

Digitalisierung Rulez II

„Was ist die Welt und ihr berühmtes gläntzen?
Was ist die Welt und ihre gantze Pracht?
Ein schnöder Schein in kurtzgefasten Gräntzen
Ein schneller Blitz bey schwartzgewölckter Nacht.
Ein bundtes Feld da Kummerdisteln grünen;
Ein schön Spital so voller Kranckheit steckt.
Ein Sclavenhauß da alle Menschen dienen.“
(Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Die Welt)
Im Sommer machte der FDP-Politiker Alexander Sebastian Léonce Freiherr von der Wenge Graf Lambsdorff (so viel Zeit muss sein) den grandiosen Vorschlag, alleinerziehende Mütter sollten doch in Immobilien investieren. Sehr gut, man spart die Miete und hat auch etwas für seine Altersvorsorge getan. Aber denken wir doch mal weiter: Wie wäre es, wenn man zwei oder drei Wohnungen kauft? Dann könnte man von der Vermietung der anderen Wohnungen leben. Oder gleich ein ganzes Mietshaus? Dann wäre es ein Leben in Saus und Braus. Die alleinerziehende Mutter könnte die Geschäfte von der Finca auf La Gomera leiten und ein Kindermädchen würde sich um den Nachwuchs kümmern, während der Nagellack trocknet. Muss man den Frauen eigentlich alles erklären?
Aber jetzt kommt’s. Im Zuge der Digitalisierung und der sogenannten Künstlerischen Intelligenz (oder so ähnlich) machen bald Roboter unsere Arbeit. Warum kaufen Sie sich nicht einen Roboter, der für Sie arbeitet? Er geht morgens aus dem Haus, ach was, er kommt erst gar nicht nach Hause, weil er nicht schlafen oder fernsehen muss. Er kann drei Schichten pro Tag arbeiten und für Sie drei Gehälter erwirtschaften, während Sie in Unterhosen vor dem Computer sitzen und diesen Text lesen. Und jetzt denken Sie mal weiter: zwei Roboter. Können Sie mir folgen? Diese Zeilen hat übrigens der neue Apple Spartacus geschrieben. Ich rufe ihm nur noch vom Sofa die Themen zu. Menschen ohne Geld sind so blöd, ich fasse es manchmal gar nicht.
Tres – Operator. https://www.youtube.com/watch?v=sgjZzK7c0Sc

Der hundertste Geburtstag von Arthur C. Clarke

Dieser Mann war eine Inspiration. Danke. Andere haben Lobeshymnen geschrieben, die ich nicht übertreffen kann.

https://www.derstandard.de/story/2000070275689/der-star-und-die-sterne-100-geburtstag-von-arthur-c

Freitag, 15. Dezember 2017

+++ breaking news +++ Dschungel-Koalition steht

Martin Schulz verkündet die Mitglieder für das Dschungelcamp 2018:
Tina York - Kultur
Sydney Youngblood - Integration
Natascha Ochsenknecht - Frauen & Familie
Ansgar Brinkmann - Sport
Tatjana Gsell - Sex, Crime & Punishment
Sensation! Nicht dabei: Angela Merkel, Flinten-Uschi und Grummel-Gabriel.

Ein Teelöffel Hoffnung in einem Universum voller Scheiße


Blogstuff 179
„Es gibt Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen. Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert.“ (Thomas Ebeling, Chef von Pro7Sat1)
Alle Jahre wieder: Rassisten fordern „weiße Weihnachten“.
Wir schütteln den Kopf über die vollautomatisierte Schweinemastanlage und gehen anschließend in die Fabrik oder ins Büro.
„Malta macht mit Pralinski einen Doppelspass, ehe der Joker ins Zentrum zum freien Bonetti lupft. Der Ehrenbrasilianer macht einen schnellen Schritt Richtung Tor und vollendet frei vor Keeper Laminetti eiskalt ins linke Eck.“ Bundesliga ist Poesie, Literatur ist Leistungssport.
Affirmation oder Aggression – damit sind schon 99 Prozent aller Kommentare bei Facebook, Twitter, in Blogs usw. abgedeckt. Ein Gespräch im eigentlichen Sinne kommt online offenbar nur im Ausnahmefall zustande.
Wir wollten autonome Gruppen, wir bekommen autonome Fahrzeuge. Der technische Fortschritt ist mal wieder schneller als der gesellschaftliche Fortschritt.
2018 können wir ein Jubiläum feiern: fünfzig Jahre Berliner Bauskandale. 1968 wurde mit dem Bau des Steglitzer Kreisels begonnen. Nach der Pleite des beauftragten Bauunternehmens kostete dieses Hochhaus bei seiner Fertigstellung den Steuerzahler schließlich 323 Millionen DM. Es folgte der Skandal um den Architekten Garski, der den Steuerzahler 112 Millionen kostete – für ein Bauvorhaben in Saudi-Arabien. Garski wurde in der Karibik verhaftet und ging für einige Jahre in den Knast. Fünf Jahre ging der Charlottenburger Baustadtrat Antes in den Bau, er hatte sich für Baugenehmigungen und Pachtverträge schmieren lassen. Der Flughafen BER zeigt uns, dass die alte West-Berliner Filzokratie immer noch lebt. Mein Tipp: der endgültige Termin ist 2022 – für den Abriss.
Hätten Sie’s gewusst? Andy Bonetti ist jetzt auch PC. Das ist die Abkürzung für den Titel eines britischen Kronrats („Her Majesty’s Most Honourable Privy Council“, kurz: Privy Council, noch kürzer: PC). Er berät die Königin persönlich in Fragen der Lektüre und der Auswahl von Dessertweinen. Zeitweise durfte er auch die Namen ihrer Hunde bestimmen, nach der Taufe von Wotan und Hermann wurde er aber von dieser Aufgabe entbunden.
Amazon Key – ich liebe es. Die Versandkrake aus Trumpland bietet jetzt ein digitales Türschloss an, dass der Paketbote mit einem Code öffnen kann, um mir das Paket in die Wohnung zu legen, wenn ich mal nicht da bin. Finde ich gut! In meiner Abwesenheit darf gerne auch AirBnB in meine Bude spazieren und mein Bett vergeben. Oder RWE bringt ein paar Tonnen Atommüll im Keller unter. Ist doch sowieso schon alles scheißegal, Leute! NSA und heimlich war gestern.
Manchmal liest Bonetti einen Text, den er gerade geschrieben hat, noch einmal laut vor. Im Sommer, wenn das Fenster seines Arbeitszimmers offen steht, brandet häufig spontaner Applaus der Zuhörer von der Straße hinauf. Nur so kann geschrieben werden, denkt er dann. Das ist Literatur.
P.S.: Sie können mich auch als Pennywise für Kindergeburtstage buchen.
Sex Pistols - Pretty Vacant. https://www.youtube.com/watch?v=VcauCclfytI

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Vorsicht! Verdächtiger Rucksack gefunden

Hier ein erstes Foto vom Frankfurter Hauptbahnhof

Auf dem folgenden Bild sehen Sie den Rucksack bei der Verleihung der "Schnarchnase des Monats" durch Heinz Pralinski von Bonetti Media Unlimited
Der Rucksack gilt als große Hoffnung der postmerkelianischen CDU

Kiezneurotiker – Lass mal netzwerken

Nächsten Monat ist es ein Jahr her, dass du dich sang- und klanglos verpisst hast. Hast es noch besser hingekriegt als Sid Vicious oder Bon Scott, denn du kannst dir in deiner Bude im längst verblichenen „Szeneviertel“ Prenzlauer Berg gemütlich an den Eiern rumspielen, während du deinen Nachruhm genießt. Ein Bloggergeist, der im echten Leben nur noch vor gefräßigen Immobilienhaien und der Digitalisierung seines Borg-Drohnen-Jobs Angst haben könnte und vermutlich nicht hat. Schließlich haben Alkoholiker und Väter ein dickes Fell – du bist beides.
(Achtung! Jetzt kommt ein Perspektivwechsel)
Ich habe mir gerade seine Texte vom Dezember 2016 durchgelesen. „Das waren noch Zeiten“ (Wilhelm Kowalski, 87). Gab es in der Bloggerwelt jemals einen Typen, dem ich näher stand als dieser selbstgeschaffenen Romanfigur, die als Dr. Jekyll einer öden Schlipsträgertätigkeit beim Klassenfeind nachgeht, an albernen Viertelmarathons teilnimmt oder mit schwarz-rot-gold-maskierten Fans Fußballsiege feiert und als Mr. Hyde seine Punk-Erinnerungen pflegt, Schnaps auf Parkbänken trinkt und hemmungslos seinen Hass über die Spießerwelt gießen kann?
Ich beschränke mich aus Platzgründen, nein: aus purer Eitelkeit auf die Texte und Textstellen, in denen er sich mit mir, dem Kiezschreiber, befasst hat.
Lass mal netzwerken - Links vom 7. Dezember 2016
Und gegessen habe ich wieder. Dem Kiezschreiber hinterher. Er faselte irgendwann irgendwas über drei Witwen aus Wilmersdorf.
Les 3 veuves de Wilmersdorf. Französisch. Bistro. Französisch mag ich sowieso (findet sich bitte ein Depp, der jetzt diese Kindergartenanspielung auf Oralsex bringt? Gnihihi Französisch mag er. Gnihihi.). Wilmersdorf. Der langweiligste Ortsteil der Welt. Noch schlimmer als Dahlem. The fuck. Für diesen alten verkrachten Schriftsteller aus Schweppenhausen fahr' ich sogar hierher. Ich vertraue dem eben. Das Problem an dem Lokal ist, dass Sie über den Fehrbelliner Platz müssen. Der Fehrbelliner Platz ist eine brachialhässliche 60er-Jahre-Scheißdreck-kombiniert-mit-wuchtigen-Nazibauten-Senatsbeamtenhölle. Bei schlechtem Wetter laufen Sie Gefahr, sich vor einen Laster werfen zu wollen, so hässlich ist das hier. Städtebau als Körperverletzung. Uargh. Ich war mal in einem dieser Bauten bei einem Kundengespräch mit einem dieser hirnlosen Senatsbüttel, die, wenn Sie nicht aufpassen, vor Ihrem Auge mit der grauen Wand hinter sich verschmelzen. Gähnende Leere auf den Fluren. Alle Türen zu. Keiner spricht. Seelenlose Menschen in seelenlosem Beton. Kein Beamtenstand kann es wert sein, hier zu arbeiten. In der Fechnerstraße ist das Bild nur unwesentlich stimmungsvoller. Sie haben hier die Uhr angehalten. 1963. Wenn Sie wie ich aus dem völlig überdrehten Prenzlauer Berg anreisen, können Sie hier fabelhaft entschleunigen. Endzeitfilm. Hier lebt nichts. Es ist Samstag Mittag. Der Einzelhandel hat geschlossen. Westberlin schläft. (…)
Kiezschreiber Eberling empfahl den Widow Burger und schrieb dazu: Zweihundert Gramm saftiges Fleisch – wie ein gutes Steak außen cross gebraten, innen rosa – mit Käse, Zwiebeln, Salat und Avocados. Der Burger wird nach seiner Fertigstellung noch einmal komplett in einen Teigmantel gehüllt und frittiert.
(…) Kiezschreiber: Neulich im Dom
Ich bin eine Muse. Nur bitte: Fotze mit F. Immer mit F. Nie mit V.
Lass mal netzwerken - Links vom 17. Dezember 2016
Der Kiezschreiber hat das Tian Fu als Empfehlung gedroppt, bei mir in die Kommentare gekackt und weil er wohl denkt, dass ich alles vergesse (womit er prinzipiell Recht hat), hat er es kürzlich noch einmal nachgeschissen. Ja, Mann, ja doch, jaaaaaaaa, ich geh' ja schon hin, wieder nach, keine Ahnung, was ist das hier, fucking Wilmersdorf wieder. Weltreise von Prenzlauer Berg, aber wieder erfreulich unaufgeregt, dörflich, sofort einschläfernd, ich entschleunige schon beim Aussteigen aus der U-Bahn.
Swag haben sie, die Monarchieschlümpfe, das muss man ihnen lassen. Sonst gibt die Gegend wenig her, was Touristen, Mitteschnösel und aufgeregte Bamberger Mediendesignstudentinnen glücklich macht: In den 60ern kleben gebliebe Cafés mit angeschlossener Bäckerei, an deren Tischen in den 30ern kleben gebliebe Greisinnen mit knallroten Escortservicelippen kauern, Modelleisenbahnbedarfe, Boutiquen mit 60er-Mode, irgendwer vertickt Hüte, Lampen, Trödel auch, Eisenwaren, hier muss doch noch ein Eisenwarenladen sein, sagt mir bitte, dass es den hier noch gibt. Hier atmet das alte Westberlin und es sieht nicht aus als ob es so schnell stirbt. Nett. Ich meine das ehrlich. 60er-Jahre. (…)
Was die zu essen haben? Scharfes Zeug, fick mich weg, ist das Zeug scharf, aber gut gemacht scharf, rund, aromatisch, die Schärfe noch leicht zitronig, nach dem sie Ihnen die Zunge in Fetzen gebrannt hat. Starker Auftritt. Schönes Lokal. (…)
So ist das. Es lohnt sich, dem Kiezschreiber hinterher zu fressen. Er hat Ahnung. Auch wieder ein sehr gutes Lokal. Bonusinformation, um die keiner gebeten hat: Kein unvaselinierter Arschfick kann so brennen wie die Rosette etwa 6 bis 8 Stunden nach dem Essen im Tian Fu.
Lass mal netzwerken - Links vom 29. Dezember 2016
Hunger? Immer. Ich esse jetzt tatsächlich auch in Zehlendorf. Wegen des alten gammligen Gossenpoeten, der sich Kiezschreiber nennt und auf seinem Blog mindestens fünf verschiedene abgespaltene Persönlichkeiten unterhält, bin ich da hingegurkt. Ins bräsige Eigenheimvillenschnepfenghetto am Stadtrand. Mindestens einer seiner Spaltpilze frisst nämlich gerne und hat vor Jahren mal Berliner Restaurantempfehlungen gedroppt, die ich versprach, hinterher zu fressen. Deswegen bin ich heute in Zehlendoof. Zwei Mal hat er Agitation und Propaganda für einen dort eingerichteten Burgerladen betrieben, einmal als ganze Hymne, dann als Bonmot nebenbei. (…)
Ein fucking Corn Dog. Kiezschreiber Eberling geht dabei folgender ab: Ein Würstchen, das in Maisteig getaucht und dann an einem Holzstäbchen frittiert wird. Man isst es wie Eis am Stiel. Köstlich. Habe ich noch nie gegessen. Wir sind uns einig, dass eine amerikanische Institution wie der Corn Dog in Berlin überfällig war. Ich frage mich, wieso ich fast fünfzig Jahre ohne Corn Dogs leben konnte.
Naja. So weit würde ich nicht gehen, aber das Zeug ist überraschend wenig schlecht und das ist das Positivste, das ich über frittierte Dinge sagen kann (ich lehne Frittiertes, das keine Pommes ist, rundweg ab). Immerhin. (…)
Sehr schön am Lokal ist auch die persönliche Betreuung. Der Cowboy selber kommt aus der Küche und nuschelt ein paar Dinge (die ich nicht verstehe), ein paar biertrinkende Gestalten sitzen herum, die aussehen wie mit den Stühlen verwachsen, Molle vor sich, Schnäppeken dazu, das ist hier ein kleines Wohnzimmer. Ein Zuhause, in dem diese Leute mit Namen begrüßt werden, wenn sie reinkommen. Hey Manfred, wie geht's? Ach, das Kreuz, sagt Manfred, das Kreuz. (…)
Noch ein neuer Start, empfohlen vom Kiezschreiber und der weiß ja bekanntlich was gut ist:
Out of the box: Empanadas
Es geht um einen alten Mann. Und jemanden, der ihn pflegt. Und Kotze. Mit Thunfisch.

Der Kiezneurotiker war der letzte Netzwerker in der Blogosphäre. Alle anderen Blogger beziehen sich entweder auf sich selbst oder auf irgendeinen Mainstreamschwachsinn. Ich bin nicht für fünf Cent besser. Ich habe mir ein Bonettiversum geschaffen, um den ganzen Rotz namens Realität zu ertragen, ohne zum zweiten Mal verrückt zu werden.
Er hat es geschafft, als Blogger einen eigenen Stil, eine eigene Stimme zu entwickeln. Und haargenau dieses blöde Arschloch sitzt vielleicht in diesem Moment vor seinem Drecks-Wichtigtuer-Mac, kratzt sich wohlgefällig den Sack und grinst.
Wir sehen uns in der Hölle wieder, du Vollidiot. Smiley.
DAF - Sato-sato. https://www.youtube.com/watch?v=JXnVodOTPTw