Dienstag, 7. März 2017

Ein verhängnisvoller Zufall

Oder einfach nur:
Blogstuff 117
„Ich muss meine Kritiker nicht widerlegen. Es genügt mir, wenn ich sie überlebe.“ (Andy Bonetti: Executive summary of a keynote speech)
Zwei Maler sitzen gemeinsam am Ufer eines Flusses. Eigentlich sieht das Panorama für beide gleich aus, aber sie sehen es anders. Also werden auch ihre Bilder verschieden aussehen. Vielleicht ist der eine Maler Expressionist, der andere Surrealist. Wenn sie klug sind, werden sie über ihre unterschiedlichen Bilder nicht in Streit geraten. Politikern ist dieses Glück der Künstler nicht vergönnt.
Hätten Sie’s gewusst? Wenn Sie beim Telefonieren am Steuer Ihres Autos erwischt werden, kostet es sechzig Euro. Wenn Sie am Steuer Ihres Autos bei 180 auf der linken Spur der Autobahn ein Tausend-Teile-Puzzle zusammensetzen, kostet es nichts. Ist das gerecht?
Leider ist die Zahl der Menschen, die bereit sind, große Verantwortung zu übernehmen, und gleichzeitig der Verlockung widerstehen, sich in dieser Position zu bereichern, sehr begrenzt. Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen sind die Voraussetzungen, um den Konkurrenzkampf zugewinnen. Aber wer bremst den Ehrgeiz der Mächtigen, sobald sie an der Spitze eines Unternehmens, einer Behörde oder einer Partei sind? Wahlen, Rechtsprechung oder die zeitliche Begrenzung einer Tätigkeit sind zu ihrer Begrenzung ersonnen worden, aber diese Instrumente helfen offenbar gegen die neuen Despoten nicht mehr.
Fast jeder Mensch besitzt eine Waschmaschine. Wer keine Maschine hat und in den Waschsalon muss, gehört zu den Outlaws. Sie treffen sich an diesen Orten und bilden eine geheime Gesellschaft. Im Waschsalon kommt man mit Gleichgesinnten schnell ins Gespräch.
Seine Zeit war nicht knapp. Er besaß Zeit im Überfluss. Es war wie in den Sommerferien seiner Kindheit. Und diese Ferien hörten nie auf. Die meisten Menschen hatten einen Beruf und eine Familie. Sie arbeiteten hart und setzten Kinder in die Welt, die später wieder hart arbeiten würden. Er hatte weder einen Beruf noch eine Familie. Keine Termine, keine Verpflichtungen. Kein Wecker, der klingelt. Wie viele Menschen wünschten sich manchmal mehr Zeit? Er hatte alle Zeit der Welt.
Ku’damm 63: Hier ist das „Militärbüro der Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien“. Wer hat eigentlich noch solche Militärbüros in der Hauptstadt?
Die Demokratie ist in der Krise und das Krisenmanagement versagt. Ich denke an die These von Claus Offe aus den frühen Siebzigern zurück: Wenn es kein Wirtschaftswachstum mehr gibt, das in den Brieftaschen der Mehrheit ankommt, gerät nicht nur die Wirtschaftsordnung, sondern auch die Staatsordnung in die Defensive. Wir sehen es überall: Das medial und politisch propagierte Wachstum wird in der Oberschicht verteilt, die Mehrheit ist verbittert und wendet sich von der Demokratie ab. Putin, Trump oder Erdogan sind nur Symptome dieser Entwicklung, aber sie beschleunigen den Niedergang der Volksherrschaft. Letztlich sind wir immer noch darauf dressiert, die Befehlsgewalt der Elite zu akzeptieren, die angeblich aus purem Eigennutz daran interessiert ist, uns Bürger am Leben zu erhalten. Wer hat gerade „Schafe“ in den Hörsaal gerufen?
Das schwarze Zwergkaninchen, das ich mit elf bekommen habe, nannte ich mit sechzehn „Josef K“. Namen von Haustieren sind Selbstbespiegelungsspielereien und wir können alle heilfroh sein, dass wir unsere Vornamen und Nachnamen nicht selbst aussuchen dürfen.
Wirtschaft und Religion hängen eng miteinander zusammen. Mit den Lebensmitteln, die wir in Deutschland in den Müll schmeißen, ließen sich sämtliche Hungersnöte der Welt retten. Wir schmeißen Brot weg und in Afrika verhungern die Leute – dafür sollten wir alle in der Hölle braten, wo ein spezieller Teufel die Banker mit großen Mistgabeln in die Flammen treibt. Da ist man doch lieber gleich Atheist, oder?
Er war wie einer jener Tiefseefische, die ihr eigenes Licht verbreiten, um etwas sehen zu können.
Hätten Sie’s gewusst? Plutos ist in der griechischen Mythologie der Gott des Reichtums. Da er seine Güter so wahllos und ungerecht verteilt, nahmen die Griechen der Antike an, er sei blind. Oft wurde er in der Kunst als Knabe mit einem Füllhorn dargestellt. Penia ist die Göttin der Armut. Sie gilt als Erfinderin der Künste.
Vorschau auf kommende Attraktionen: Die Geschichte von Ignaz Sichelbarth (1811 – 1889), dem Pionier der pfälzischen Eisenbahnfotografie. Demnächst in diesem Blog.
Udo Lindenberg – Russen. https://www.youtube.com/watch?v=782WGH9X5eU

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen