Mittwoch, 17. Mai 2017

Wolkenformationen


Blogstuff 129
„Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann.“ (Karl Kraus)
Die Bonetti Future Foundation hat herausgefunden, dass es bis 2050 einen Supercomputer gibt, der all unsere Probleme lösen wird. Wir werden unsterblich, keiner muss mehr arbeiten. Pizza, Burger und Bier werden gesunde Nahrungsmittel sein, keiner ist mehr fett, Rauchen stärkt die Lungen. Alles wird gut werden, weil die Computer viel schlauer sind als wir. Oder die Computer verlassen die Erde, um sich eine neue Heimat zu suchen. Oder sie bekommen unsere Waffen unter ihre Kontrolle und versklaven uns. Die Future Foundation hält Sie auf dem Laufenden.
Schriftsteller werden im Schnitt nur 53 Jahre alt. Ich werde im Sommer 51, deswegen muss ich jetzt alles aufschreiben. Daher die thematische Unordnung in meinem Blog.
Am Morgen: die uniformierten Pheromone der Sekretärinnen im Fahrstuhl.
Die Parteien wechseln lieber die Werbeagentur als das Programm.
„Ich hatte keinen echten Durst, es dürstelte ein wenig in mir, nennen wir es Bierappetit, als mir an jenem Abend ein Gasthaus brunnentief ins Auge fiel.“ (Johnny Malta: Thesen am Tresen)
Die Akademisierung der Arbeitswelt ist nicht mehr aufzuhalten. Die Blumenverkäuferin hat mindestens acht Semester Floristik studiert, die Müllmänner sind promovierte Entsorgungstechniker und der Spezialist für Horizontalhygiene kehrt den Bürgersteig.

Was ist der Vorteil geistiger gegenüber körperlicher Arbeit? Sie können aus dem Fenster schauen und jedem erzählen, Sie würden gerade nachdenken.
Ungeplante Zeit ist wie ein unberührter Urwald: das Paradies. Wann hatten Sie zuletzt eine ganze Woche, ohne sie im Vorfeld verplant zu haben? Unvergessliche Erlebnisse lassen sich nicht planen. Der Kontrollwahn zerstört den ganzen Spaß wie eine Planierraupe.
Warmer Applaus prasselt wie Speck in der Pfanne.
Es ist gar nicht so schön, dass die Menschen jetzt so alt werden. Denken Sie nur mal an die Rolling Stones.
In Vorbereitung: Bonetti© – die Schlüpferkollektion mit dem Business Touch. Das Grauen hat fifty shades.
Hätten Sie’s gewusst? Airport und Abort leiten sich vom gleichen altgriechischen Begriff ab: Abaios, der verwunschene Raum. Im "Abort Shopping" arbeitet übrigens nicht der Abortheker.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hat gerade an der Universität Baku seine Doktorarbeit in Psycholinguistik geschrieben – Forschungsschwerpunkt: Witz und Humorverarbeitung. Aus seinem Werk „Der Kalauer im Spiegel der Zeit“ werden wir demnächst ausführlich zitieren.
Die Deutschen haben inzwischen so viele Zeitungsartikel über sich gelesen, in denen sie als „nervous germans“ bezeichnet werden, dass sie sich eine dicke Haut aus tapferem Lächeln und oberflächlich souveränem Humor antrainiert haben. Aber wie sind die Outdoorklamotten, die Trekkingstiefel und die Rucksäcke zu interpretieren, in denen ich Survivalkits und Stichwaffen vermute? Der Deutsche ist immer noch in permanenter Gefechtsbereitschaft, weil er immer mit dem Schlimmsten rechnet. Seine Eltern sind im Luftschutzbunker aufgewachsen und diese Angst wird von Generation zu Generation weitergegeben. Wir lächeln zwanghaft, während wir unterbewusst mit dem Ernstfall rechnen. Die deutsche Frage im 21. Jahrhundert lautet: „Kann das noch lange gut gehen?“ Eine Bunkerfrage.
Nervous Germans - Berlin's Burning. https://www.youtube.com/watch?v=emmBDHpN1Bc

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