Donnerstag, 6. Juli 2017

Netzbeschmutzer mit vier Buchstaben

„Und vier Monate später stand in
Springers heißem Blatt,
dass das Georg-von-Rauch-Haus
eine Bombenwerkstatt hat.
Und die deutlichen Beweise
warn zehn leere Flaschen Wein.
Und zehn leere Flaschen können schnell
zehn Mollis sein.“
(Ton Steine Scherben: Rauch-Haus-Song)
Was habe ich gelacht. Boulevardpresse. Logo. So läuft das Geschäft, seit ich denken kann. Dann habe ich an das Lied von den Scherben denken müssen. Aber der Reihe nach.
Wie die Phrasenmäher heute auf ihrer Internetseite berichten, fahndet man nach zwei Berliner „Linksextremisten“, die „untergetaucht“ sein sollen. Übersetzt heißt das: unsere lieben Feinde von der Polizei sind mal wieder zu blöd, jemanden zu finden. Eigentlich haben sie gar nichts verbrochen, aber nun „hat das Landgericht die Ingewahrsamnahmen der zwischenzeitlich festgenommenen Männer bis zum 9. Juli angeordnet“, wird ein Gerichtssprecher zitiert. Dabei sei auch die „zeitliche Nähe zum Gipfel ausschlaggebend“. Man vermutet, dass die beiden Burschen in Hamburg sind.
Was war geschehen? In ihrem Auto waren eine Liste mit Polizeifahrzeugen, Einweghandschuhe und „eine große Kiste mit Streusand“ gefunden worden. „Die polizeibekannten Angehörigen der linksradikalen gewaltorientierten Berliner Szene wollten Zivilstreifen angreifen und in der Kiste mutmaßlich Waffendepots in der City anlegen.“
Na klar! Eine leere Kiste ist ein potentielles Waffendepot. Meine Küche ist ein Waffenlager und die Werkzeugkiste macht meine Werkstatt im Keller zu einer Folterkammer. Ich muss noch heute die leeren Weinflaschen zum Glascontainer bringen, bevor die Polizei diesen Text liest.
Ton Steine Scherben - Rauch-Haus-Song. https://www.youtube.com/watch?v=TYSFGT7UGS8

Kommentare:

  1. So öde, so fad, so ermüdend. Spielen wir andere Lieder?

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  2. Prima! Super beobachtet und gute Mucke. Ich selbst bin ein wenig müde geworden gegen Windmühlen zu kämpfen.

    Aber wenn ich sehe dass es Frauen oder Herren Anonym gibt die immer noch nichts dazu gelernt haben, ist das für mich überaus erfrischend.

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