Samstag, 7. Juli 2012

Todesstreifen Reloaded

Die Berliner Mauer war von 1961 bis 1989 das Symbol der Teilung, der Inbegriff des Schismas dieser Welt in Kommunismus und Kapitalismus. Seither ist der Mauerpark das Symbol der Überwindung dieser Teilung. Bunter kann man sich die Einheit Deutschlands und der Welt kaum vorstellen. Seit 2012 ist der Mauerpark allerdings wieder zu einem Symbol der Teilung geworden: zwischen Politikern und Bürgern ist eine Mauer des Schweigens entstanden, ein Todesstreifen aus hochnäsiger Volksverachtung und Größenwahn, ein Minenfeld gebrochener Versprechen und taktischer Lügen, patroulliert von den schweigsamen Schergen des Systems. Politiker wie Beton-Spallek, die mit Baulöwen und Bankern in Hinterzimmern einsame Entscheidungen treffen und das Licht der Öffentlichkeit scheuen (sein Parteigenosse Mappus mag ihm als Vorbild gedient haben), sind eine Gefahr für die Demokratie. Aber die Bürger in Pankow und Mitte lassen sich weder entmündigen noch entmutigen. Wer im Mauerpark auf die harte Macho-Tour Fakten schaffen will wie der Baustadtrat und der Bürgermeister von Mitte, wird es auf die harte Tour lernen müssen: Politik funktioniert in einer Demokratie nur mit dem Bürger, nicht gegen ihn.